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SUMMARY:Bildungsreise zur Verfolgung und Vernichtung der Roma* und Sinti* in Tschechien während des Nationalsozialismus | Dresden
DESCRIPTION:Anmeldefrist: 04.09.2026 | \nDie Reise beginnt am Mittwoch\, den 23. September früh in Dresden. Zuerst fahren wir zur neu entstandenen Gedenkstätte in Lety bei Písek. Der Ort wurde bekannt\, weil auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers eine Schweinemastanstalt in Betrieb war. Der Kampf um das Gelände und die Nutzung für das Erinnern an die Verbrechen an den Roma und Sinti ist Teil von Kämpfen in Europa. Dort am Schauplatz der Verbrechen bekommen wir eine Führung und einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Gedenkstätte. Das Lager Lety steht symbolisch für die Vernichtung der tschechischen Roma-Bevölkerung: Nur etwa ein Zehntel der Vorkriegsbevölkerung überlebte den Holocaust. \nDer Abend widmet sich den gesellschaftlichen Kämpfen um die Gedenkstätte und das Gedenken an den Holocaust an den Roma und Sinti in Tschechien. Im Gespräch sind wir dazu mit Jana Kokyová\, sie gehört zur dritten Generation von Nachkommen der Roma und Sinti\, deren Vorfahren während des Holocausts verfolgt wurden und organisiert Gedenkfeiern in Lety u Písku am Standort des ehemaligen Konzentrationslagers. Ihre Großmutter Alžběta Růžičková\, die aus einer Roma-Familie in Böhmen stammte\, war in Lety inhaftiert. \nAm Donnerstag\, den 24. September findet ein Spaziergang und Gespräch zu Spuren des Erinnerns an den Porajmos° in Mirovice auf dem Pfarrfriedhof statt. Der Friedhof ist eng mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Lety u Písku verbunden\, das während des Zweiten Weltkriegs als Lager für Roma und Sinti diente. Zwischen 1942 und 1943 starben dort mindestens 326 Menschen\, die meisten davon Kinder. \nNach einem Transfer erreichen wir am Nachmittag die Gedenkstätte Hodonín u Kunštátu\, sie erinnert an die Verfolgung und Ermordung der Roma und Sinti während des Nationalsozialismus. Das Lager bestand von 1942 bis 1943 und war eines von zwei zentralen Orten (neben Lety u Písku)\, an denen Roma und Sinti aus Böhmen und Mähren interniert und später in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. \nDann geht es nach Brno\, der zweitgrößten Stadt Tschechiens. Hier lebt eine bedeutende Roma-Community. Brno ist ein wichtiges kulturelles Zentrum für die Roma in der Region. \nEine Führung durch das Roma-Museum machen wir am Freitag\, den 25. September. Die Geschichte des Museums der Roma-Kultur reicht ins Jahr 1991 zurück\, als es auf Initiative von Roma-Intellektuellen als nichtstaatliche gemeinnützige Organisation gegründet wurde. Im europäischen Kontext gesehen handelt es sich um eine einzigartige Einrichtung\, die die Kultur der Roma und Sinti dokumentiert. Die Sammlung des Museums umfasst ca. 25.000 Exponate. Ein Teil der originalen historischen Objekte wird in einer Dauerausstellung mit dem Titel „Die Geschichte der Roma (Příběh Romů) / Le Romengero drom“ präsentiert. Im Anschluss folgt ein Fachgespräch zur Erinnerung an den Porajmos in Tschechien und das Entstehen der tschechischen Erinnerungskultur. \nAm Nachmittag treffen wir Eva Zdařilová (angefragt)\, sie ist Wissenschaftlerin\, Übersetzerin und Journalistin. Sie stellt uns ihre Interviews mit Roma-Überlebenden vor. Die Interviews mündeten in eine Studie zu den Entschädigungserfahrungen der Roma in der Tschechischen Republik im Rahmen des Auszahlungsprogramms der Stiftung Erinnerung\, Verantwortung und Zukunft (evz) und ihrer tschechischen Partnerorganisationen. Seit 2006 arbeitet sie als Redakteurin der Zeitschrift für Romani Studies „Romano džaniben“. Außerdem hat sie den Roman der Überlebenden von Lety\, Philomena Franz\, „Zwischen Liebe und Hass“ ins Tschechische übersetzt. \nIm Anschluss begegnen wir Gwendolyn Albert. Sie ist Menschenrechtsaktivistin\, Forscherin und Übersetzerin. Ihr Fokus liegt auf rassistischer Gewalt gegenüber Roma. Sie beschäftigt sich mit Segregation im Bildungswesen und ist Unterstützerin von Roma\, die Opfer von Zwangssterilisierung wurden. Sie ist eine Verbündete vieler Roma-Aktivist*innen und schreibt für romea.cz. Sie erzählt (auf Englisch) von den Kämpfen um Entschädigung im Rahmen der Zwangssterilisationen nach der Verfolgung im Nationalsozialismus. Zwischen 1966 und 2012 wurden in Tschechien zahlreiche Frauen unter den Roma zwangssterilisiert. Die Zwangssterilisationen stellen ein schwerwiegendes Menschenrechtsverbrechen dar\, das über Jahrzehnte hinweg systematisch und mit staatlicher Billigung durchgeführt wurde. Erst in den letzten Jahren wurden Entschädigungsmaßnahmen und eine gesellschaftliche Aufarbeitung eingeleitet. Die Praxis war von eugenischen\, rassistischen und sozialpolitischen Motiven geprägt und steht in Tradition der Verfolgung während des Nationalsozialismus. 2021 beschloss das tschechische Parlament ein Gesetz zur Entschädigung der Opfer. \nAm Samstag\, den 26. September widmen wir uns rückblickend der Einordnung aller eröffneten erinnerungskultureller Themenbereiche und Inhalte. \nWir beenden die Reise mit einer kleinen thematischen Stadtführung innerhlab des Zentrums der Stadt Brno. \nIm Anschluss reisen wir mit dem Zug zurück nach Dresden. \nBei Interesse können Sie gern individuell und auf eigene Kosten eine Zusatznacht buchen und die Stadt Brno eigenständig weiter erkunden. \nWir freuen uns auf eine gemeinsame Reise. \nDas Romanes-Wort Porajmos („das Verschlingen“) bezeichnet den Völkermord an den europäischen Sinti und Roma*. \nKonzeption: Aletta Beck\, Kathrin Krahl\, Tobias Kley. \nEine Kooperation zwischen der Brücke/Most-Stiftung\,  dem Fachnetzwerk Antiziganismus/Antiromaismus und dem Förderkreises Alter Leipziger Bahnhof.\nUnterstützt durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“. \nPreis und Organisatorisches: \nDie Reise kostet 310€. Im Preis enthalten sind alle Fahrten\, Unterkünfte (meist DZ)\, Eintritte\, Vorträge\, Führungen\, Übersetzungen und Halbpension (Frühstück und mind. eine warme Speise am Tag). Die Bildungsreise machen wir mit dem Zug und einem Reisebus für die abseitigen Strecken. \nEZ-Zuschlag: 120 EUR (nach Verfügbarkeit) \nVorab gibt es ein digitales Gespräch zum Kennenlernen und einen Input zur Geschichte Tschechiens am Abend des 14. September 2026. \nDie Zusendung des Zoomlinks erfolgt mit der Anmeldung. \nAnmeldung: \nSenden Sie uns gern via Mail Ihre Anmeldung zur Bildungsreise. Anmeldeschluss ist der 4. September 2026. \nAlle weiteren Informationen unter: https://www.bmst.eu/projekte/bildungsfahrt-2026.htm \nWeitere Informationen
URL:https://devtolsax.blackblog.eu/veranstaltung/bildungsreise-zur-verfolgung-und-vernichtung-der-roma-und-sinti-in-tschechien-waehrend-des-nationalsozialismus-dresden/
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SUMMARY:POTSDAM – Grüne Ideen für ein nachhaltiges Brandenburg | Dresden & Potsdam
DESCRIPTION:Jenseits des UNESCO-Weltkulturerbes Schloss Sanssouci und der Filmstadt Babelsberg spielt Potsdam eine führende Rolle in der Klimaforschung und nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Stadt an der Havel mit ihren Seen und Grünflächen ist ein Biotop für Lebewesen aller Art und für die Entwicklung innovativer Ideen durch zivilgesellschaftliche Akteure. Die widmen sich Themen wie: Biodiversität\, Foodsharing\, gemeinschaftlichem Gärtnern\, solidarischer Landwirtschaft oder alternativem Wohnen. Die Stadt investiert zudem in Klimaschutzmaßnahmen\, E-Mobilität\, den Ausbau von Radwegen etc. Eine Inspirationsreise mit ganz vielen Anstößen für Veränderungen in der eigenen Kommune. \n\nVorläufiges Programm \nTag 1: Vom Acker bis zum Einkaufsbeutel \n\nAnreise\nVortrag & Gespräch im Instituts für Klimafolgenforschung\nBesuch der SolaWi BAUERei e.V.\nFührung im Brandenburgischen Landtag und Gespräch mit einem MdL zum Thema: Land- & Ernährungswirtschaft\, Umwelt und Verbraucherschutz\n\nTag 2: Nachhaltige Kommune & Biodiversität \n\n»Green Meetings« Gespräch mit der Potsdam Marketing und Service GmbH zu Potsdam als nachhaltiger Veranstaltungsdestination\nBesuch der DAUCUM – Werkstatt für Biodiversität zur Beratung von Kommunen und Unternehmen\nKennenlernen von kommunalen Projekten der Klima-Initiative Schwielowsee\nRückreise nach Dresden\n\nOrt/Treffpunkt\n\nStart im Herbert-Wehner-Bildungswerk\nDevrientstr. 7\nDresden 01067 \n\nPreis\n\n140\,- €\n115\,- € für Mitglieder im Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk\nEinzelzimmerzuschlag ca. 45\,00 €  \n\n\nUnterkunft:\nFilmhotel „Lili Marleen“\, Potsdam\, Großbeerenstraße 75\, 14482 Potsdam \n\nDie Reise startet und endet in Dresden\, Zustiege entlang der Fahrtroute sind auf Anfrage möglich. Auch die eigene Anreise ist möglich. \n\nTeilnahmebedingungen | Infos zum barrierefreien Zugang \n\nAnmeldeformular öffnen \nWeitere Informationen
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SUMMARY:Mach doch. Konferenz für die ostdeutsche Zivilgesellschaft | Leipzig
DESCRIPTION:Seit der ersten „Mach doch-Konferenz“ im Jahr 2024 hat sich die Situation der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland nicht verbessert. Mit steigender Zustimmung zu rechtsautoritärer Politik wachsen auch die Gefährdungen für Vereine\, Verbände und Initiativen – durch Diffamierung\, Mittelkürzungen oder Bedrohungen im öffentlichen Raum und in Social Media. Die AfD droht unverhohlen mit Repressionen gegen Migrantinnen und Migranten\, gegen queere Menschen\, gegen Projekte\, die sich für eine offene Gesellschaft und inklusive Demokratie einsetzen. Eine Demokratie\, die von allen und für alle gelebt wird. \n\n„Mach doch. Konferenz für die ostdeutsche Zivilgesellschaft“ soll direkt nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern keine reine Rundumschau und Bestandsaufnahme sein. Wie lässt sich eine Abwehr der skizzierten Gefährdungen organisieren? Was kann man gegen die Umsetzung von AfD-Vorhaben tun\, wenn sie Regierungshandeln direkt oder indirekt mitgestaltet? Und wie lassen sich positive Erzählungen gewinnen und progressive Kampagnen bilden? Und was können wir aus den Erfahrungen im Ausland lernen\, aus Ungarn\, Polen oder den USA?\nNeben der Analyse von Problemen und der Diskussion von guten Praktiken wollen wir uns an konkrete Handlungsstrategien für die Zivilgesellschaft im Osten setzen. \nDie Konferenz eröffnen wird Arne Semsrott\, dessen Buch „Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück“ am 1. Juni 2026 erscheint. \n12:00 Uhr – Begrüßung\n12:20 Uhr – Impulsvortrag: „Gegenmacht“ von Arne Semsrott\n13:15 Uhr – Mittagspause\n14:00 Uhr – Workshop-Phase I\n15:40 Uhr – Kaffee\, Gebäck und Austausch\n16:15 Uhr – Workshop-Phase II\n17:30 Uhr – Rückblick und Abschluss\n18:00 Uhr – Konferenzende \nWeitere Informationen & Anmeldung
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SUMMARY:CSD Görlitz: „love::united“ | Görlitz
DESCRIPTION:Am 26.09.2026 wird unsere Europastadt Görlitz-Zgorzelec zum fünften Mal zum Mittelpunkt\, um Sichtbarkeit für queere Personen zu schaffen. Unter dem Motto „love::united“ demonstrieren wir für eine tolerante Region und feiern gemeinsam die Vielfalt. \nProgrammablauf \nDemonstration durch Görlitz und Zgorzelec \n\nBeginn 12:00 Uhr\, Bahnhofsvorplatz Görlitz\n\nCSD politische Abschlusskundgebung „Picknick der Vielfalt“  \n\nBeginn 15:00 Uhr\, Obermarkt Görlitz\n\n Bühnenprogramm (in Arbeit) \n\nEröffnung\nPolitisches Statement\nRedebeiträge unserer Gäste\nArtistisches Statement von internationalen Stars:\nChiara Siracusa\, Hera Björk\, Ruslana\, Poli Genova\, Anne Marie David & OXA\n\nCSD-Abschlussparty \n\nBeginn 22:00 Uhr\, Club Nostromo\n\nWeitere Infos folgen \nWeitere Informationen
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SUMMARY:Einweihung eines Gedenksteins in Erinnerung an Mike Zerna | Hoyerswerda
DESCRIPTION:Am 25. Februar 1993 verstarb Mike Zerna im Alter von nur 22 Jahren infolge eines Überfalls junger Neonazis auf den Club „Nachtasyl“ in Hoyerswerda. Gemeinsam mit Angehörigen und der Stadt Hoyerswerda laden wir am 26. September 2026 zur feierlichen Einweihung eines Gedenksteins ein\, der am damaligen Ort des Geschehens dauerhaft an Mike Zerna und die Umstände seines Todes erinnern wird. \n„In Erinnerung an Mike und die Geschehnisse in der Nacht zum 20. Februar 1993“ \nEinweihung des Gedenksteins für Mike Zerna \nSamstag\, 26.09.2026 um 14:00 Uhr in der Ziolkowskistraße 35\, Hoyerswerda \nIn der Nacht zum 20. Februar 1993 wurde Mike Zerna bei einem rechts-motivierten Angriff auf ein Heavy-Metal-Konzert in der Hoyerswerdaer Neustadt lebensgefährlich verletzt. Wenige Tage später\, am 25. Februar 1993\, verstarb er im Klinikum Hoyerswerda. Gemeinsam mit Angehörigen lädt SUPPORT zur Einweihung eines Gedenksteins ein\, der in unmittelbarer Nähe zum damaligen Tatort an Mike Zerna und den tödlichen rechten Angriff erinnert. \nDie Idee für einen dauerhaften Erinnerungsort entstand durch eine Initiative von Angehörigen\, Zeitzeug*innen und Unterstützer*innen\, die am 30. Todestag von Mike Zerna erstmals zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung in Hoyerswerda zusammen kamen. In Kooperation mit dem Leipziger Bildhauer Simon Barta und der Stadtverwaltung sowie durch die finanzielle Unterstützung des Demokratiezentrums des Landes Sachsen und mehrerer Spenden konnte das Vorhaben in den Folgejahren konzipiert und erfolgreich umgesetzt werden. \nZur Einweihung des Mahnmals sprechen Thorsten Ruban Zeh (Oberbürgermeister Stadt Hoyerswerda)\, ein Vertreter von SUPPORT (RAA Sachsen e.V.) sowie weitere Gäste. Anschließend gibt es die Möglichkeit\, Blumen – gerne Wildblumen – niederzulegen. \nZum Hintergrund: \nMike Zerna wurde am 4. Juli 1970 in Altdöbern geboren und wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern in Vetschau auf. Er war ein ruhiger und zugleich lebenslustiger Mensch\, der eine enge Beziehung zu seiner Familie pflegte und sich für alternative Musik begeisterte. Er sammelte Schallplatten\, besuchte Konzerte und engagierte sich als Fahrer für befreundete Bands. Er hatte die Vision\, einen ortsansässigen Schuhmacherbetrieb zu übernehmen und träumte davon\, gemeinsam mit seiner Freundin ein eigenes Haus auf dem Land zu beziehen. \nAm 19. Februar 1993 begleitete Mike Zerna als Fahrer eine der Bands\, die an diesem Abend im Club „Nachtasyl“ in Hoyerswerda auftreten sollten. Bereits zu Beginn des Konzertes kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einigen Gästen und mehreren Neonazis\, denen eine Teilnahme verwehrt wurde. Während die Veranstaltung in der Folge störungsfrei beendet werden konnte\, sammelten sich weitere Rechte im nahe gelegenen Jugendklubhaus „Ossi“\, um sich an den vermeintlichen „Linken“ und „Zecken“ im „Nachtasyl“ zu rächen. Kurz nach Mitternacht überfielen schließlich etwa 20 bis 30 Personen die wenigen Besucher*innen\, die sich nach dem Konzertende noch vor Ort aufhielten. Mehrere Gäste wurden während des Angriffs zum Teil schwer verletzt. \nMike Zerna befand sich zum Zeitpunkt des Überfalls gemeinsam mit seinem älteren Bruder vor dem Club\, wo sie Musikinstrumente in einen Kleintransporter luden. Auch sie wurden von mehreren heranstürmenden Angreifern attackiert und bewusstlos geschlagen. Anschließend stießen die Täter das Fahrzeug um\, sodass Mike Zerna darunter eingeklemmt wurde. Erst etwa eine halbe Stunde später\, nachdem die Täter geflohen und endlich Einsatzkräfte am Tatort eingetroffen waren\, wurde er von anderen Gästen geborgen und ins Krankenhaus gebracht. Dort verstarb er wenige Tage später. \nMit dem Angriff auf das „Nachtasyl“ erreichte die rechtsmotivierte Gewalt nach den Ausschreitungen gegen die Wohnheime von Vertragsarbeiter*innen und Asylsuchenden im September 1991 auch in Hoyerswerda eine tödliche Dimension. In der gesamten Region hatte sich im Schatten der deutschen Wiedervereinigung eine rechtsradikale (Jugend-)Subkultur etabliert\, deren Akteure versuchten\, ganze Landstriche zu dominieren. Rassistische Gewalttaten und Angriffe auf Andersdenkende\, Linke\, Clubs und Diskotheken waren an der Tagesordnung und kosteten im Zeitraum von 1990 bis 2000 allein im Umkreis von 50 Kilometern um Hoyerswerda mindestens sechs weitere Menschen das Leben. \nAngemessene Reaktionen auf diese Entwicklungen von Seiten der Politik und Sicherheitsbehörden blieben lange Zeit aus. Rechte Gewalt wurde bagatellisiert und entpolitisiert\, Täter nicht konsequent verfolgt\, Betroffene und ihre Angehörigen mit den Folgen allein gelassen. Während die rassistischen Angriffe vom Herbst 1991 seit den 2010er Jahren wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und Bemühungen um deren Aufarbeitung unternommen wurden\, sind die zahlreichen weiteren Opfer rechter Gewalt in der Region heute nahezu vergessen. \nMit dem Gedenkstein für Mike Zerna entsteht in Hoyerswerda ein konkreter Ort der persönlichen Erinnerung und Anteilnahme\, der gleichzeitig Anlass und Anstoß zur weiteren Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit den Dimensionen rechter Gewalt in der Region geben soll. \nWeitere Informationen zu Mike Zerna und weiteren Todesopfern rechter Gewalt in der Region unter: \nhttps://www.hoyerswerda-1991.de/nach-1991/opfer-rechter-gewalt.html \nhttps://todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de/todesopfer/ \nhttps://www.opferperspektive.de/materialien/aktuelles_termine/neuer-podcast-brandenburger-baseballschlaegerjahre-8 \nWeitere Informationen\n 
URL:https://devtolsax.blackblog.eu/veranstaltung/einweihung-eines-gedenksteins-in-erinnerung-an-mike-zerna-hoyerswerda/
LOCATION:Landkreis Bautzen
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SUMMARY:In Erinnerung an Mike Zerna – Einweihung Gedenkstein | Hoyerswerda
DESCRIPTION:Am damaligen Tatort\, Ziolkowskistraße 35\nMike Zerna wurde in der Nacht zum 20. Februar 1993 bei einem Neonaziangriff auf den Club „Nachtasyl“ in der Hoyerswerdaer Neustadt so schwer verletzt\, dass er wenige Tage später im städtischen Klinikum verstarb. Er wurde nur 22 Jahre alt. \nMit dem tödlichen Überfall auf das „Nachtasyl“ eskalierte die rechte Gewalt in Hoyerswerda. Im Schatten der Wiedervereinigung und der damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche erstarkte in der gesamten Region eine rechtsradikale (Jugend-)Subkultur\, deren Akteure zum Teil mit massiver Gewalt versuchten\, das gesellschaftliche Klima ganzer Landstriche zu dominieren. Es folgten zahlreiche rassistische Gewalttaten sowie Angriffe auf Andersdenkende\, Asylunterkünfte\, Jugendclubs und Diskotheken. Im Zeitraum von 1990 bis 2000 wurden dabei allein im Umkreis von 50 Kilometern um Hoyerswerda mindestens sechs weitere Menschen aus rechten Motiven getötet. Im Austausch mit Angehörigen und weiteren Zeitzeug*innen entstand die Idee\, einen dauerhaften Gedenkort zu schaffen\, um die Erinnerung an Mike Zerna und den Angriff auf das „Nachtasyl“ auch in Zukunft im Stadtbild wachzuhalten. Lasst ihn uns gemeinsam am Sonnabend einweihen. Gern können Blumen mitgebracht werden. \nWeitere Informationen
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