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Erinnerungspolitischer Fachtag „Intervention. Antisemitismus und Erinnerungskultur“ | Chemnitz

18. November | 10:00 – 18:00

Beim diesjährigen Erinnerungspolitischen Fachtag widmen wir uns einer der dringlichsten Herausforderungen in unserem Arbeitsfeld, dem Antisemitismus.

In einem gefährlich polarisierten Zeitgeschehen sucht die sLAG beständig nach Möglichkeiten, Diskursräume zu öffnen und eine Erinnerungsarbeit fortzusetzen, die auf Vernetzung und profundem Wissen basiert, die sich jedem Versuch, den Holocaust zu relativieren, widersetzt und gegen jeden Antisemitismus interveniert. Das Programm des Fachtags, entstanden in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen aus Gedenkstättenarbeit und Wissenschaft, dem Bildungsbereich und der Zivilgesellschaft, spiegelt nun dieses Bemühen.

Die Keynotes kommen von Andreas Stahl (Gesellschaft für kritische Bildung/Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien), der die (Um-) Deutungen des Holocaust vor und nach dem 7. Oktober und aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus aufgreift, und von Marina Chernivsky (OFEK e.V.), deren Vortrag das Erinnern als psychischen und relationalen Prozess thematisiert, in dem die eigenen Formen des Erinnerns von Jüdinnen:Juden und ihre gegenwärtigen Erfahrungen bisher weniger selbstverständlich wahrgenommen werden.

Bewusst ist unser Verzicht auf fertige Workshop-Formate der diesjährigen Ausgabe des Fachtags. Die fünf Werkstattgespräche am Nachmittag laden ein zum Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, zur Diskussion von Begriffen und Definitionen, zur Analyse von Erscheinungsformen des Antisemitismus in unserem Arbeitsfeld und zur Verständigung über Handlungsmöglichkeiten der Prävention und (Re-) Aktion sowie zum Umgang mit KI-generierten Holocaustdarstellungen, kurz zu möglichen und notwendigen Interventionen. Inputs dazu kommen von sLAG-Mitgliedern aus dem Ariowitsch-Haus mit seiner Bildungsabteilung und dem Erich-Zeigner-Haus sowie von „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“, vom Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender und TaMaR Germany, vom Haus der Wannseekonferenz und RIAS sowie dem Verbundprojekt “LastSeen. Bilder der NS-Deportationen“ und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Im Begleitprogramm laden wir am Vorabend des Fachtags gemeinsam mit dem OFEK e.V. zur Projektvorstellung und Podiumsdiskussion „KOLOT sind STIMMEN. Jüdische Zeugenschaft als Prozess“ ein. Im Fokus steht ein Verständnis jüdischer Gegenwart, in dem Erinnern nicht allein rückblickend verstanden wird, sondern als ein Prozess, in dem historische Erfahrungen, familiale Überlieferungen und gegenwärtige Einschnitte ineinandergreifen.

Mögen die Interventionen gelingen!
Wir freuen uns auf die Begegnung und den Austausch mit euch / mit Ihnen!

 

PROGRAMM-ÜBERBLICK

Programm-Details zum Download | zur Online-Anmeldung

9:00 Uhr
Empfang / Anmeldung (EG, Foyer)

10:00 Uhr
Willkommen
mit einem Grußwort von Dr. Markus Pieper, Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft

10:30 Uhr
Vortrag:
Erinnern als höchste Form des Vergessens? (Um-)Deutungen des Holocaust vor und nach dem 7. Oktober

Andreas Stahl

11:30 Uhr
Kaffeepause

12:00 Uhr
Vortrag:
Erinnern als psychischer und relationaler Prozess – Wie viel Vergangenheit ist in der Gegenwart möglich?

Marina Chernivsky

13:00 Uhr
Mittagspause

14:00 Uhr
Werkstattgespräche

Werkstattgespräch 1 „Antisemitische Angriffe im digitalen und analogen Raum: Einblicke in Arbeitsrealitäten und Handlungsoptionen“
mit Dr. Christian Landrock, Julian Mosch, Christopher Mäbert und Dr. Julia Roos

Werkstattgespräch 2 „Israelbezogener Antisemitismus und Antizionismus“
mit Alexandra Farkas Bandl und Prof. Dr. Vladimir Shikhman

Werkstattgespräch 3 „Antisemitismus an NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorten – Befunde, Herausforderungen und Perspektiven antisemitismuskritischer Praxis“
mit Dr. Linda Giesel und Dr. Tanja Kinzel

Werkstattgespräch 4 „Erfahrungen und Handlungsstrategien im Umgang mit KI-generierten Holocaustdarstellungen“
mit Dr. Iris Groschek und Dr. Alina Bothe

Werkstattgespräch 5 „Post-Shoah-Antisemitismus, Verantwortung und deutsche Identität(en)“
mit Dr. Raja-Léon Lange und Kristin Kaufmann

16:00 Uhr
Kaffeepause

16:45 Uhr
Werkstatt-Präsentationen

17:30 Uhr
Schlussworte / Ausblick

18:00 Uhr
Ende des Fachtags


WARM-UP am Vortag

17.11., 18:00 bis 19:30 Uhr, Chemnitz
KOLOT sind STIMMEN. Jüdische Zeugenschaft als Prozess
Projektvorstellung und Podiumsgespräch
Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail an jane.wegewitz@slag-aus-ns.de (Ort wird nach Anmeldung bekanntgegeben)


Der Erinnerungspolitische Fachtag findet am 18.11.2026 von 10:00 bis 18:00 Uhr statt.

Ort: Technische Universität, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude, Reichenhainer Straße 90, Chemnitz

Eine Veranstaltung der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow e.V. , dem Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender, dem Verbundprojekt “LastSeen. Bilder der NS-Deportationen“ , dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. , Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 und OFEK e.V.

Weitere Informationen

Details

Veranstaltungsort

  • Stadt Chemnitz

Veranstalter